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Ein Rundgang durch die Gemeinde


Spiesen-Elversberg  -  eine Gemeinde mit Weitblick

 

 

Bürgermeister Reiner PirrungZuerst eine Frage an Sie: Was haben die Neunkircher Straße in Spiesen-Elversberg und die „autoroute du soleil“ im Süden Frankreichs gemeinsam? Nein, natürlich nicht irgendwelche Schlaglöcher, es ist die Kunst die beide miteinander verbindet. Interesse geweckt?

 

Dann lade ich Sie ein, an meiner Seite das „Portal zum Saarkohlenwald“ zu durchschreiten. Begeben Sie sich mit mir auf einen Streifzug durch das historische und neuzeitliche Spiesen-Elversberg. Den Einheimischen wird es nicht schwer fallen, vorab die verschiedenen Stationen vor dem geistigen Auge zu durchwandern.

 

Schlösser und Burgen, oder wenigstens Ruinen davon, sucht man hier vergebens. Sie finden keinen großen Fluss, keinen See. Es sind eben mehr die Kleinode, die in der dichtbesiedelsten Gemeinde des Saarlandes - über 1300 Einwohner pro qkm -  ins Auge fallen.

 

GalgenbergturmZentraler Punkt auf 363 m ü.NN. und gewiss das Wahrzeichen ist der Turm auf dem Galgenberg (eingeweiht 1939). Von hier genießt man bei gutem Wetter einen herrlichen Panorama-Weitblick auf die beiden Dörfer, die bis in die Neuzeit von der benachbarten Stahlindustrie, dem Bergbau oder der Landwirtschaft geprägt waren. Schaut man in nördliche Blick vom Galgenbertrum über ElversbergRichtung streift das Auge eine der höchsten Kuppen des Saarlandes, den Schaumberg bei Tholey. Richtet man den Blick genau entgegengesetzt in südlicher Richtung, erkennt man die Biesinger Kirche im Bliesgau. Ab und an dienen sogar die Vogesen als Kulisse, Kohle und Erz liegen zu Füßen.

Dort unterhalb des Galgenbergturms, am Anfang der Erzpfuhlstraße, stoßen wir auf einen Stollen, wo man in vergangenen Tagen nach dem Rohstoff für die Eisenhüttenindustrie grub. Bevor nämlich in Elversberg gewohnt wurde, erhielten die Gebrüder Stumm aus Neunkirchen am 06.06.1805 die Genehmigung zum Erzabbau auf damals noch Spieser Bann.

 

Bergab gelangt man in den Ortsteil Spiesen, der schon mehr als 800 Jahre auf dem Buckel hat. Die Geschichte Spiesens ist eng verknüpft mit derer der Grafschaften Saarwerden und Saarbrücken. Nicht überliefert ist, ob der Ort zum Zankapfel zwischen den Klöstern Wadgassen und Neumünster (bei Ottweiler) wurde. Jedenfalls fand der Ort erstmals eine urkundliche Erwähnung im Jahre 1195 als Abt Godfrid von Wadegoz bekundete, dass Graf Ludewich von Sarwerde dem Kloster eine Hufe bei Spizze geschenkt habe.

 

Kirche St. MartinIn der Elversberger Straße stoßen wir auf die evangelisch-lutherische Kirche St. Martin, die im nächsten Jahr 50. Geburtstag feiern kann. Wenn Sie die Gelegenheit haben, werfen Sie einen Blick auf das Interieur dieses schmucken Gotteshauses. Sehenswert ist im Altarraum die beeindruckende, in musivischer Kunst gefertigte Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit des einheimischen Künstlers Ferdinand Selgrad.

Wasserwerk, PumpenradGanz weit draußen, im Spieser Mühlental, an der Landstraße zum Nachbarort Rohrbach, nahe der Banngrenze zwischen den ehemaligen Königreichen Preußen und Bayern, arbeiten die Pumpen des um 1900 erbauten Wasserwerks. Von hier aus wird ein beträchtlicher Teil der saarländischen Bevölkerung mit dem kostbaren Nass versorgt. Die gut gepflegte GrünanlageBrunnen in der Grünanlage beim Wasserwerk mit großer, farbig lackiertem Pumpenrad, Förderpumpe und Springbrunnen  laden das ganze Jahr über zum Verweilen ein. Drehen wir nun dem Wasserwerk den Rücken zu sozusagen mit Bayern im Kreuz auf dem gleichen Weg zurück, Marschrichtung Spiesen, stoßen wir auf einem klitzekleinen Marktflecken mit dem fein herausgeputzten Heimatmuseum. Zahlreiche Exponate und Dokumente stellen eine authentische Berührung mit der Historie Spiesens her.    Hier im Ortskern, vorbei am Rathaus, begegnen wir dem imposanten Bauwerk der St. Ludwigskirche. Sie wurde als neugotische Hallenkirche in den Jahren 1875 – 1877 errichtet und beherbergt eine kürzlich erst renovierte Kleist-Orgel. Allemal lohnt sich da die Einkehr.

 Heimatmuseum, Rathaus, Kirche St. Ludwig, Gänselieselbrunnen, Lion's Haus
Am unteren Butterberg, also genau gegenüber, steht seit 1935 der von Steinmetz Philipp Hönes aus Buntsandsteinbrocken gemeißelte Gänseliesel-Brunnen. Das Brunnendenkmal erinnert an die Rettung der Spieser Gänseherde durch ein armes, ortsansässiges Mädchen vor über 350 Jahren. In unmittelbarer Nähe direkt auf dem neuen Festplatz treffen wir auf ein denkmalgeschütztes zweigeschossiges ehemaliges Bauernhaus aus dem Jahre 1836. Von „Lion’s Haus“ weiter zur Hohlstraße und der Abzweigung „Zum Freidelbrunnen“ würden wir, wenn es sie noch gäbe, auf die „Villa rustica“ treffen, einem römischen Landhaus. Denn die Geschichte Spiesens reicht zurück bis zu den Kelten und Römern, wie zahlreiche Funde von Mauerresten, Gräbern, Münzen, Waffen und Geräten bezeugen. Ob es rauhe Gesellen oder Familienmenschen waren, die dort ihre Wohnstatt hatten? Man weiß es nicht.

 

Altenheim Neunkircher Straße, ehemaliges Rathaus SpiesenNun geht es die Hohlstraße hinauf zur Neunkircher Straße. Dort vor dem Altenheim, Haus Nr. 92, dem ehemaligen Spieser Rathaus, träumt eine Skulptur fast unbemerkt von Allen vor sich hin. Sie entstammt den künstlerischen Händen des in Frankreich lebenden Ivan Avoscan, derSkulptur von Ivan Avoscan große Berühmtheit erlangte durch sein überdimensionales Monument an der südfranzösischen Autobahn A 7. „Das Tor zu Sonnel“ , haben viele von uns auf den Urlaubsreisen ans Mittelmeer mit großem Erstaunen an uns vorbeiziehen lassen. Auf interessante Kunstschaffende dürfen beide Orte mit Recht auch selbst verweisen. Maler, Bildhauer, Architekten und Designer wie Richard Malter, Edgar Ohm (1928 - 2003), Otto Zewe, Elisabeth Boßlet, oder Hans Huwer seien beispielhaft genannt. Weiter geht’s nach soviel Kunst über die Neunkircher Straße, Richtung Autobahnauffahrt Elversberg. Insgesamt gibt es drei davon. Vor den Toren der Gemeinde Franz-Becker-Parkverläuft die A 8 von Karlsruhe nach Luxemburg. Wir biegen rechts ab in die Straße „Zum Turm“ und gelangen in die Wohnsiedlung Großenbruch mit drei 12-stöckigen Wohnkomplexen aus den späten Sechzigern. Auf dem Weg dahin streifen wir die Neuapostolische Kirche und den Franz-Becker-Park, eine der wenigen grünen Lungen im Ortsteil Elversberg. Über die Straßen „Am Ring“, durch die Vogelsiedlung, quer über die Hüttenstraße und dieKaiserlinde Waldstraße bergauf treffen Sie auf ein weiteres Wahrzeichen, auf ein Naturdenkmal: Die Kaiserlinde. Sie gab dem Stadion an der Landstraße (L 282) zur Nachbarstadt Friedrichsthal den Namen. Hier spielt eines der sportlichen Aushängeschilder, die Sportvereinigung 07 Elversberg, in der dritthöchsten deutschen Spielklasse Regionalfußball. Überhaupt wird in Spiesen-Elversberg Sport großgeschrieben. Bundesligafußballer wie Frank Holzer (Eintracht Braunschweig, heute Präsident des Regionalligisten SpVg 07 Elversberg) oder Günter Schröder (Borussia Neunkirchen, Saison 67/68) gehören zu den sportlichen Größen genauso wie der Belgier Raymond Ceulemans, der die Fahne des Billardbundesligisten BC 1921 Elversberg jahrelang als Weltmeister hochhielt. Aufgezählt gehören die Leichtathletikbrüder Burg und Schütze Albert Marx jun. als Olympiateilnehmer.

Herz-Jesu-KircheNach einem kurzen Stück zurück orientieren wir uns rechts durch die Hirschbergstraße, dann wieder links am Ehrenmal vorbei in die „Hauptschlagader“ des Ortsteils Elversberg. Schon von Weitem ist die Katholische Pfarrkirche „Herz-Jesu“ zu erkennen. Ein neogotischer Bau der 1899/1901 nach den Plänen von Ernst Brand (Trier) in Glückauf-Halleder Ortsmitte erstellt wurde. Nur wenige Meter danach stößt man auf einen modernen Bau von Richard Malter, der Mitte der Siebziger Jahre große Eröffnung feiern durfte. Die Glückauf-Halle ist noch heute kultureller und gesellschaftlicher Mittelpunkt der Großgemeinde. Spiesen-Elversberg macht und machte Furore durch die berühmten und weniger berühmten Menschen, die hier leben und lebten. Musikkünstler Frank Farian, Anne Karin, der Variété-Star der goldenen Zwanziger, Jabe Schwamberger oder der saarländische Schriftsteller und Satiriker Gerhard Bungert verbrachten hier Kindheit und Jugend.

Ev. KircheZum Schluss unseres kleinen Rundganges machen wir einen Abstecher gegenüber am piccobello restaurierten Eckgebäude der Heimatstube vorbei durch die Hochstraße und Luisenstraße zur Evangelischen Kirche. Dieses Gotteshaus mit Kreuzrippengewölben und 3/8 Chorschluss entstand 1889/90 nach Plänen von Carl Friedrich Müller. Von dort zurück, durch die St. Ingberter Straße und die neu gestaltete Wohn- und Geschäftsmeile Fichtenstraße, am Alten Markt vorbei entlang der Beethovenstraße zum Galgenbergturm schließt sich der Kreis.

 

In einigen Monaten rentiert sich noch mehr als bisher ein Ausflug zum Flurkreuz auf dem Hochplateau Nassenwald, wo die Behindertenwerkstätte der Lebenshilfe derzeit ein extravagantes Centrum für Freizeit und Kommunikation (CFK) errichtet. Mit seinen Einrichtungen für Kultur, Sport, Erholung und Freizeit wird es einmal weit in die Region ausstrahlen.

 

Insgesamt leben in Spiesen-Elversberg engagierte, liebenswürdige, weltoffene Menschen, die problemlos den Spagat zwischen Tradition und Moderne schaffen. Heute präsentiert es sich in erster Linie als eine Wohngemeinde im Grünen, die trotz dichter Besiedelung rund 45 % Waldfläche vorweisen kann und ihre Ursprünglichkeit im besten Sinne bewahrt hat.

 

Sind Sie neugierig geworden? Nichts hält Sie davon ab, unsere Gemeinde zu besuchen, zu bummeln oder einzukaufen, hier zu arbeiten, Sport zu treiben, sich in Vereinen, Verbänden, Organisationen zu engagieren oder einfach nur Kulturelles oder Freizeit zu genießen.