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DENK MAL WEG in Spiesen eröffnet – Bungerts Idee


Spiesen. Der Termin 9. November für die Eröffnung des DENK MAL WEGS in Spiesen war bewusst gewählt, hatte doch im Jahr 1938 in der Reichspogromnacht mit der Zerstörung von Synagogen die Judenverfolgung ihren unheilvollen Ausgang genommen. Denn auf der Karte, die Bürgermeister Reiner Pirrung im Heimatmuseum Haus Lion präsentierte, findet man als Nr. 2 Bildmaterial und Erläuterungen zu der ehemaligen Synagoge gegenüber der St. Ludwigskirche. Deshalb ist der DENK MAL WEG in erster Linie „ein Weg der Erinnerung", wie Pirrung ausführte. Er führt über acht Stationen von der katholischen Kirche St. Ludwig bis zum ehemaligen Friedhof im Mühlental. Wegen der schlechten Witterungsverhältnisse am Eröffnungsnachmittag hatte man auf das Abschreiten des gesamten Weges, der knapp 800 Meter lang ist, verzichtet. Anhand von aufgedruckten so genannten QR-Codes gelangt man auf die Internetseite mit erläuternden Texten und Fotos. In Kürze sollen die zugehörigen kleinen Tafeln an den ehemaligen und noch vorhandenen Denkmalstandorten angebracht werden.

Gerhard Bungert, saarländischer Autor und gebürtiger Spieser, lieferte die Idee zu diesem Weg, der in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Spiesen-Elversberg (Bürgermeister Reiner Pirrung), Dieter Blankenagel (Vorsitzender des Heimatvereins Spiesen) und Stephan Friedrich (Gemeindearchiv Spiesen) konzipiert wurde. Bungert selbst konnte krankheitsbedingt an diesem Tag nicht dabei sein. Er schickte über den Bürgermeister eine Grußadresse an die interessierte Runde.

In vielen Fällen handelt es sich um Denkmäler, die in der Zeit des Dritten Reichs errichtet und wegen ihrer ideellen Nähe zur NS-Diktatur und den damit verbundenen Gräueltaten meist kurz nach Kriegsende entfernt wurden. Damit sollten die sichtbaren Zeichen der Unterstützung des NS-Regimes durch große Teile der Bevölkerung beseitigt werden. Der DENK MAL WEG soll an diese dunkle Zeit und die vielen Opfer der Gewaltherrschaft erinnern und Gedenken und Mahnung miteinander verknüpfen.

Die acht Standorte sind: Das Pastor-Schmitt-Denkmal links neben dem Haupteingang der Kirche St. Ludwig, die ehemalige Synagoge an der Ecke der Straße „An der Kirche", das Haus Lion (heute Heimatmuseum), das ehemalige Kriegerdenkmal vor diesem Haus, der Schlageter – Stein an der Einmündung Butterberg in die Hauptstraße, das frühere Hindenburgdenkmal vor „Abts Haus" an der Ecke Rohrbacher Straße, der nicht mehr vorhandene Pimpfenbrunnen an der Einfahrt zur Marienkapelle und das Kriegerdenkmal im Mühlental dahinter.