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Ein Leben für die Kunst


Im April dieses Jahres ist er 90 geworden und kann auf ein über sieben Jahrzehnte währendes künstlerisches Schaffen zurückblicken. Dies war nun Anlass für Landrat Sören Meng den Spiesen-Elversberger Ferdinand Selgrad mit der Verdienstmedaille des Landkreises Neunkirchen auszuzeichnen. „Erstmals möchte ich die Verdienstmedaille an Künstler vergeben, die durch ihre Arbeiten das Gesicht des Landkreises mit geprägt haben", sagte Meng bei der Feier im Historischen Sitzungssaal des Ottweiler Landratsamtes. Die Leiterin des Neunkircher Künstlerkreises, Annelie Scherschel-Freudenberger, bezeichnete die drei Kunstschaffenden – neben Selgrad wurden der Neunkircher Seiji Kimoto und der Schiffweiler Willi A. Kurz ausgezeichnet – als „Gestalter des öffentlichen Raums". Scherschel-Freudenberger vermerkte in ihrer Laudatio: „Es sind die Werke, deren Erzeuger oft im Verborgenen bleiben: Die Denkmäler auf unseren Plätzen, die Wandgestaltungen oder die Fenster in Kirchen und Gebäuden, die uns jedoch tagtäglich begegnen und den Raum um uns künstlerisch gestalten. Wir gehen an ihnen vorüber, oft ohne zu wissen, wer sich hinter diesen Arbeiten verbirgt oder aus welchen Gründen sie geschaffen wurden".

Atelier und Kunsterziehung

Ferdinand Selgrad studierte nach dem 2. Weltkrieg an der Staatlichen Schule für Kunst- und Handwerk Saarbrücken bei Professor Boris Kleint. Ein weiteres Studium in Paris schloss sich an und ab 1950 war er freischaffend in seinem Atelier in Spiesen tätig. Von 1969 bis zu seiner Pensionierung war er zudem Kunsterzieher am heutigen Gymnasium am Steinwald in der Kreisstadt Neunkirchen. Und noch immer ist er ab und an in seinem Atelier Am Marienwäldchen künstlerisch tätig. Seine Werke finden sich vorwiegend in der Region aber auch weltweit und natürlich in seiner Wohngemeinde. Die Fenstergestaltung an der Marienkapelle im Spiesermühltal gehört ebenso dazu wie Mosaiken und Fenster in der ehemaligen Klosterkapelle Herz Jesu in Elversberg. Bürgermeister Reiner Pirrung würdigte Selgrad als „ein(en) Künstler, der sich insbesondere wegen seines herausragenden Schaffens in zahlreichen sakralen Bauten – ob Fenster oder Altarraumgestaltungen nahtlos in die Riege der ganz Großen dieser Welt einreiht." Stellvertretend für ihren verhinderten Vater nahm Madeleine Selgrad die „Medaille für besondere Verdienste" des Landrats entgegen.